mein wundervolles Leben

Manchmal wünsche ich mir meine Naivität zurück.

Ich möchte unbeschwert über meine Zukunft reden, nichtsahnend, dass nichts davon selbstverständlich ist, wenn es tatsächlich so eintreffen sollte.

Ich möchte nicht wissend schmunzeln, wenn andere träumen, wenn sie ihre Wünsche mit der Realität verschmelzen lassen, wenn sie das tun, was ich nicht mehr kann. Denn sie besitzen diese Fähigkeit noch.

Ich glaube, es hat nicht allzu viel mit Opti-, Pessi- oder Realismus zu tun. Ich glaube, dass Reife und Weisheit mit den Jahren und den Erfahrungen wachsen kann, dass man sie aber mit Bitterkeit und Angst im Keim ersticken kann. Und genau das tue ich, wenn jemand träumt – wenn ich träume.

Ich habe zu viel Angst zum Träumen, weil meine Träume schon so heftig zerstört wurden und bisher keine Hoffnung aufkeimen konnte. Jedes Mal, wenn ich wieder zu hoffen und zu träumen wagte, wurde ich zurückgeschleudert und kam so zu der Erkenntnis, dass es zu sehr schmerzt zu träumen. Denn Träumen ist ein Risiko, es macht verletzlich und angreifbar. Schließlich steckt da mein ganzes Herz dahinter.

Wenn ich aber nicht mehr träume, verliere ich die Freude am Leben.

Deswegen muss ich mich erneut wagen. Ich brauche Hoffnungsanker, auf die ich zuschwimme. Ich brauche ein Licht am Horizont.

Wir leben in einer unglaublichen Zeit. Es ist schwer, den Kopf oben zu behalten. Und richtig Vorfreude auf die Zukunft hat wohl keiner im Moment. Aber wir brauchen den Mut, nach vorn zu blicken und – vielleicht ein wenig naiv – davon auszugehen, dass unsere Träume wahr werden.

In diesem Blickpunkt beinhaltet die Weisheit also, sich ganz bewusst naiv zu verhalten – so wie ein Kind.

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