mein wundervolles Leben

19.04.2019
Heute ist es nun vier Wochen her, dass ich mein Baby verloren habe. Insgesamt fällt mir auf, dass die Zeit extrem intensiv war und ich von dem Auf und Ab völlig ausgepowert bin. Es gab echt harte Momente, in denen ich so verzweifelt war wie nie zuvor und keinen Sinn mehr in meinem Leben gesehen habe. Ich hatte das Gefühl, Gott mein Leben lang missverstanden zu haben. Gleichzeitig war mir jedoch die ganze Zeit über bewusst, dass Er an meiner Seite ist und mit mir weint.

Überdies gab und gibt es diese Momente des Friedens, und die werden immer häufiger. Gott ist treu und er trägt mich durch diese Zeit. Er ist wahnsinnig geduldig und lässt mir alle Zeit, die ich brauche. Er lässt mir Ermutigungen zukommen auf jede denkbare Art und nimmt mir langsam die Angst davor, in die Zukunft zu blicken.

Mein Baby ist direkt zu Gott gegangen, ohne die Welt je kennenzulernen.
Eine Zeit lang hat mich die Sehnsucht verrückt gemacht, mein Baby einmal kurz drücken zu können. Bei dem Gedanken kommen mir gleich wieder die Tränen. Ich wünsche es mir immer noch, so sehr wie nichts anderes auf der Welt. Aber ich habe gelernt, die Umarmungen meines Mannes als eine Verbindung zu unserem Baby zu verstehen. In uns beiden liegt auch ein Stück unseres Kindes und darin verbirgt sich eine unglaubliche Kraftquelle für mich.

Vielleicht lässt es sich so ganz gut zusammenfassen:
Das Herz meines Babys ist stehen geblieben, und mein Herz ist irgendwo auf der Strecke hängengeblieben, während ich im Alltag weiter funktionieren muss. Doch es wird heilen und irgendwann wird es wieder hinterherkommen.

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