mein wundervolles Leben

15.04.2019
Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und die Tage sind endlich wieder länger. Der Frühling vertreibt dunkle Gedanken und auch ich spüre, wie mein Innerstes gegen die andauernde Trauer aufbegehrt. Ich möchte wieder ausgelassen lachen, die Sorgen wegwischen und unbeschwert sein! Der Schmerz ist noch da, keine Frage. Sobald ich allein bin, breitet sich die tiefe Leere in mir aus und es scheint falsch, glücklich zu sein. Erst gestern habe ich ein Foto von einem Neugeborenen geschickt bekommen – das hat mich schon erstmal aus der Bahn geworfen. Aber ich strecke mich gleichzeitig danach aus, weiterzugehen und mein Gesicht lächelnd in der Sonne zu wärmen.  
Der Nebel von gestern hat die Erde befeuchtet und seine Spuren hinterlassen, aber die Sonne von heute wärmt und trocknet alles wieder. Und letztendlich bringt genau diese Kombination Leben hervor!

Kurzes körperliches Update:
Gestern hatte ich extreme Unterleibschmerzen und war mir sicher, dass ich über Nacht nun meine Periode bekommen werde. Aber dem war nicht so und nun frage ich mich, was das gestern war…

Emotional werde ich ganz, ganz langsam wieder stabiler. An Tagen, wo ich eine Erinnerung daran brauche, dass ich wertvoll und geliebt bin, trage ich meinen Verlobungsring. Diesen habe ich von meinem Ehemann mit dem Zuspruch bekommen, dass ich ein kostbarer Juwel bin. Ich war (und bin) ganz schön auf der Suche nach meinem Selbstwert durch die ganze Sache. Es ist eine echte Herausforderung, das Erlebte nicht auf mich selbst und meinen Körper zu schieben.

Diese emotionale Achterbahn musste mein Ehemann aushalten und ihr standhalten – und dabei betrifft ihn der Verlust des Babys ja selbst! Ich kann schon verstehen, dass Ehepaare sich voneinander entfernen oder sogar nach so einem Erlebnis auseinandergehen. Das passiert bei uns jetzt glücklichweise nicht! Aber man geht so unterschiedlich damit um und man erwartet so verschiedene Dinge vom anderen. Hinzukommend sind wir beide ja noch nicht lange verheiratet; das heißt wir kennen uns noch nicht so gut. So viele Dinge haben wir in dieser Zeit jetzt missverstanden oder nicht nachvollziehen können, was der andere tat oder sagte. Für uns war der beste und vielleicht einzige Weg, Zeit miteinander zu verbringen, um ganz ehrlich zu reden und miteinander zu beten.
Was auch richtig gut tat:  Wir sind einfach mal an der Haustür losgelaufen und waren stundenlang wandern, Kaffee trinken und beim Griechen essen. Qualitytime 🙂

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