Mensch ärgere dich nicht

Heute habe ich mit einigen Kindern Mensch ärgere dich nicht gespielt. Währenddessen fiel mir auf, dass dieses Spiel einen Gefühlszustand perfekt wiederspiegelt, in welchem ich mich in letzter Zeit immer wieder befinde.

Bei dem Spiel erarbeitest du dir mühsam Zug für Zug, du kommst mehr oder weniger schnell voran und nimmst bereits schnell eine Platzierung unter den anderen Mitspielern ein.
Und dann würfelt einer, setzt und – du fliegst raus. Im besten Fall entschuldigt der Rausschmeißer sich noch; richtig fies ist es dagegen, wenn du dazu noch ausgelacht wirst. Aber es hilft alles nichts: Du musst zurück und von vorn anfangen. Dreimal würfeln; und es kann lange dauern, bis du rauskommst! Und dann gehst du den gleichen Weg nochmal, Stück für Stück. Nur ab und zu überlegst du, wo du jetzt wärst, wenn du nicht rausgeworfen worden wärst…

Ziemlich genau so habe ich mich nach dem Verlust meines Babys gefühlt. Drei Monate war ich schwanger, plante die nächsten Monate mit dickem Bauch. Und dann zack, raus. Nochmal von vorn? Darauf hatte ich echt keinen Bock, der Gedanke an ein neues Baby hat mich regelrecht genervt und ich konnte mir es nicht vorstellen, wieder bei Null zu starten. Und sowieso, bestimmt würde ich voll Angst haben und mir Sorgen machen. Diese blöde 8. Woche, dann die 11. mit all ihren negativen Erinnerungen, darauf hatte ich echt keine Lust!

Aber dann ist ab und zu das Gefühl da, dass ich ja nicht darum herum komme. Eigentlich will ich ja doch irgendwie Kinder haben. Früher oder später muss ich da also durch.

Und wie beim Mensch ärgere dich nicht kommt man dann wohl irgendwann klar mit der neuen Situation. Man fängt halt wieder von vorn an und wenn man sich darauf einlässt, macht das Spiel vielleicht sogar wieder Spaß!