Mein kleines Baby, mein unendlich süßer Schatz! 

Ich vermisse dich so sehr, dass es mir das Herz zerreißt. Ich stehe ohne dich auf, zu kraftlos für den Tag, und schlafe ein, ohne dich dabei noch einmal bestaunen zu können. Ich produziere Milch in meinen Brüsten und du trinkst sie nicht mehr. 

Ich will dich lachen sehen, dein süßes herzeroberndes Initiativlächeln. Ich vermisse den Blick aus deinen großen neugierigen Augen. Ich will dich wickeln, baden, dir beim Spielen und auf die Seite Drehen zuschauen. Und ich will dich auf den Arm nehmen, dich wiegen und trösten, dir nahe sein und deine Wange streicheln. Ich will dir die Welt zeigen und darüber staunen, was du alles dazulernst.

Stattdessen sitze ich an deinem Bett und starre ungläubig in dein regloses Gesicht, auf deinen Körper, der nicht selbst arbeitet, sondern von Maschinen am Leben erhalten wird. Die Schläuche und Kabel geben nur minimale Möglichkeiten, dich zu berühren – ganz vorsichtig, damit kein Äderchen platzt. 

Und immer ist da diese Angst. 
Was wird in einer Stunde sein, was morgen und in einer Woche? Wie soll ich die nächsten Tage überstehen, wie soll ich dich weiterhin so leiden sehen können?

Wirst du leben? Wird das hier gut ausgehen? Wird dein kleines Herzchen kräftig werden, um es allein zu schaffen?

Es gibt keine Sekunde der Sicherheit. Keine gute Nachricht ist gut genug, um aufzuatmen, um mich zurückzulehnen. Mein Herz schlägt bis zum Hals, wenn einer deiner Oberärzte um ein Gespräch bittet. Das Adrenalin durchströmt meinen Körper pausenlos, um durchzuhalten, um Kraft für die nächste Stunde aufzubringen. 

Doch manchmal strömt da auch ein Gefühl der Wärme und Liebe in mein Herz. Dann fühle ich mich in eine Blase des Gebetes gehüllt, voller Frieden und Geborgenheit. Dann weiß ich, Gott weint mit mir, Er hält Seine Hände über meinem Sohn, über meinem kleinen Baby. Und er wird das Leben retten, mein Kind wird leben! Das Wunder wird geschehen.

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