HERZsache

45 Tage Leben – Schicksalsschlag Fehlgeburt

21.03.2019
Ich habe seit gestern Abend eine Blutung, die nun stärker wird. Gestern konnte ich es noch auf die intensive Untersuchung schieben. Als aber am Vormittag dann Unterleibskrämpfe dazukommen, verliere ich jede Hoffnung. Ich habe nun für mich Gewissheit, dass ich dieses Kind nie in den Armen halten werde. Traurig kommen mir im Laufe des Tages immer wieder Tränen. Ich stehe im inneren Zwiespalt: Soll ich weiter auf ein Wunder hoffen, ohne mich von den Umständen verunsichern zu lassen? Oder soll ich auf meinen Körper hören, der eindeutig mit mir zu sprechen scheint? Soll ich Cola und Binden kaufen oder aus einem Glaubensakt heraus eben gerade nicht?

Als ich abends aufs Klo gehe, habe ich eine sehr starke Blutung, viel stärker als bei der Periode. Ich erschrecke, sofort steigen Tränen in meine Augen und ich stopfe schnell alles mit Klopapier aus. Da der Supermarkt nebenan noch genau zehn Minuten geöffnet hat, laufe ich schnell los, um Binden zu kaufen. Meinen Mann lasse ich mit einer knappen Erklärung unter Tränen stehen. Auf dem Rückweg kommt er mir entgegen, nun hat er Tränen in den Augen und schaut mich so verunsichert an, dass es mir das Herz bricht. Die Krämpfe nehmen zu. Da ich mich so unrein fühle, dusche ich ausgiebig – wie viel würde ich jetzt für ein entspanntes Bad mit Kerzen geben! Ins Bett gefallen falle ich sofort in einen tiefen Schlaf.

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