mit der Vergangenheit versöhnt

Ausgelöst durch ein Gespräch mit einer guten Freundin habe ich diese Woche vermehrt darüber sinniert, wie es mir mittlerweile in Bezug auf das Baby geht. Während ich es meistens nicht so richtig in ein Gefühl packen konnte, sondern es eher als ein Auf und Ab wahrgenommen habe, hatte ich diese Woche einen ganz klaren Scheidepunkt. Ich wartete gerade an einer Fußgängerampel und beobachtete die Menschen um mich herum. Und da nahm ich plötzlich ein neues Gefühl in mir wahr:
einen absoluten Frieden über das, was passiert ist.

Ich bin mit meiner Vergangenheit versöhnt, damit, das Baby verloren zu haben. Versteht mich nicht falsch: Wenn ich es mir raussuchen könnte, wäre ich gern im fünften Monat schwanger und würde das Leben in mir spüren, unbedingt!
Aber ich möchte das Geschehene trotzdem nicht missen. Ich habe eine sehr schwere Zeit durchgemacht und das Schlimmste liegt nun hinter mir. Ich habe das irgendwie durchgestanden, den Schmerz ausgehalten. Jetzt trage ich die Gewissheit in mir, dass im Himmel ein Baby auf mich wartet, mein Baby. Und diese Gewissheit möchte ich nicht mehr missen. Ich könnte regelrecht hüpfen vor Freude bei dem Gedanken daran und ich kann die Vorstellung nicht ertragen, ohne diese Zuversicht leben zu müssen. Ich möchte nicht »nicht schwanger« gewesen sein. Es fällt mir schwer, dieses Gefühl in Worte zu packen, vielleicht macht das für Außenstehende keinen Sinn.

Aber für mich war dieser Moment der Erkenntnis ein Durchbruch. Diese Erfahrung, die ich gemacht habe, ist inzwischen okay für mich, sogar schön irgendwie, auch wenn das seltsam, ja fast absurd klingt.
Ich liebe den Gedanken an mein Kind im Himmel, dem es richtig gut geht, und das ich für eine kurze Zeit bei mir tragen durfte.

Ich möchte nicht »nicht schwanger« gewesen sein.

Zerplatzte Träume

Das Leben ist voller Träume.
Wenn ich an meine Zukunft denke, blüht meine Fantasie auf. Dann sehe ich viele Kinder um mich herumspringen, Freunde an meiner Seite, Erfüllung im Gemeindedienst, einen liebenden Ehemann und ich mittendrin – vor Freude glücklich strahlend und zufrieden in mir selbst ruhend.
Und auch die unmittelbar vor mir liegende Zeit erträume ich mir in facettenreichen Details. Ich möchte charakterliche Baustellen, an denen ich gerade dran bin, bewältigt haben, ich möchte diese oder jene Freundschaft wiederbelebt wissen, ich möchte viel liebevoller mit mir selbst umgehen und so einige wundervolle Tage erlebt haben.

Da sind also eine Menge Träume. Manche werden nie erfüllt und das ist okay. Sie lösen sich in Luft auf und werden gleichzeitig von anderen Dingen ersetzt. Und der Verlust fällt gar nicht sonderlich auf.

Aber was ist mit den großen Träumen, die schon immer in unserem Herzen sind und mit den Jahren herangereift sind? Was, wenn diese sich nie erfüllen? Was, wenn alles danach aussieht, dass man sich von dem Traum lossagen muss?

Ich weiß, dass ich keinen Anspruch darauf habe, dass mir auch nur einer dieser Träume erfüllt wird. Jeder einzelne ist ein Geschenk und ein Stück Himmel auf Erden. Gott liebt es, Träume zu erfüllen! Wir kennen das doch auch: Das schönste Geschenk machen wir unseren Lieben, indem wir einen langersehnten Traum wahr machen!
Manche Träume hat uns Gott selbst ins Herz gelegt und sie sind eine Art liebevoller Antrieb. Wir sehnen uns regelrecht danach, alles dafür zu tun, dass dieser Traum Wirklichkeit wird.

Aber was ist nun, wenn es nicht klappt?

Was, wenn wir mehr und mehr erahnen, dass sich dieser Traum niemals erfüllen wird?
Zunächst ist da Verzweiflung, ein Gefühl der Ohnmacht und Sinnlosigkeit. Dann ist da Selbstmitleid, Vorwurf und Bedauern.

Aber wie geht es weiter? Das ist nämlich die ganz entscheidende Frage!
Bleiben wir stehen? Lassen wir es zu, dass unser Herz bitter wird?
Oder sehen wir nach vorn und vertrauen Gott, dass Sein Plan NOCH besser ist als unserer? Dass Er einen noch perfekteren Weg weiß und dass Er tatsächlich rechtzeitig eingreifen wird?

Ich möchte diese Perspektive bekommen. Ich möchte Gott meine Träume anvertrauen und Ihm die Kontrolle darüber abgeben. Ich lehne mich einfach zurück und lasse mich überraschen. Und dabei höre ich nicht auf zu träumen! Ich will weiterhin große Dinge träumen, Großes von Gott erwarten und vor allem will ich niemals, dass es langweilig wird!


Angriffe auf Frauen

In meinem Umfeld nehme ich seit längerem wahr, dass viele Frauen sehr herausgefordert und ausgelaugt sind. Nahezu alle meiner Freundinnen leiden unter gesundheitlichen Problemen, kämpfen mit persönlichen Krisen oder sind einfach unglaublich erschöpft. Bei den Erholungskuren klatschen sie sich die Hände ab und wir geben uns gegenseitig Tipps gegen Augenringe.
Klar, diese never ending graue Jahreszeit setzt der Seele zu. Aber das kann doch nicht der ausschlaggebende Grund dafür sein! Außerdem sind viele dieser Frauen kämpferischer Natur und nicht lediglich vom Wetter unterzukriegen. Warum also ist das so?

Ich muss leider zugeben, dass ich die Antwort nicht kenne.
Aber ich habe eine Theorie.

Was wäre die Welt ohne Frauen?
Keine Angst, das wird jetzt kein feministischer Artikel. Aber Frauen haben eine entscheidende Funktion. Wir bringen Gefühl in das Zwischenmenschliche, wir halten Familien zusammen, wir bestehen regelrecht auf Kommunikation. Unsere Emotionalität ist manchmal kaum auszuhalten (weder für uns selbst noch für die Außenstehenden), aber sie macht die Welt doch viel gefühlvoller. Wir spüren Dinge, wir bereichern und ergänzen die Männerwelt mit unserer Andersartigkeit.
Und so weiter, klar.

Bei aller Kraft, Unabhängigkeit und Beständigkeit des Mannes hat die Frau also eine ganz entscheidende Funktion in der Familie. Na, und das weiß der Teufel! Dementsprechend schwächt er ganz gezielt die Frau – und schadet damit automatisch der gesamten Familie. So war es ja bereits im Sündenfall: Eva wurde direkt attackiert, nicht Adam.

Und genau das sehe ich, wenn ich mich umschaue. Frauen werden angegriffen, immer wieder vor allem in ihrem Selbstwertgefühl. Manchmal langanhaltend und beständig, bis sie langsam schwächer werden, manchmal direkt und hart mit einem Schicksalsschlag. Das bringt früher oder später auch den Mann ins Wanken. Er versteht die Frau nicht mehr, er kann der ständigen Belastung nicht ewig standhalten und Rücksicht auf sie nehmen will er ja auch. Infolgedessen leiden natürlich auch die Kinder und die Freundschaften der beiden und die Spirale führt abwärts.

Bei mir selbst erlebe ich genau das. Mein Selbstwert ist definitiv immer wieder eine Angriffsfläche und ich kämpfe ständig gegen minderwertige Gedanken über mich selbst. Einen Schicksalsschlag musste ich dieses Jahr auch erleben. Darunter leiden meine junge Ehe, unsere Freundschaften und letztendlich auch die Gemeinde, in der uns der Dienst unter diesen Umständen schwerfällt.

In meinem Bad hängt ein Gedicht, was ich mir oft beim Zähneputzen durchlese. Darin heißt es: „Gott, mach uns zu gefährlichen Frauen! Mögen wir Frauen sein, die sich ihrer Kraft bewusst sind“. Ich glaube, darin liegt unser Geheimnis. Wenn wir es schaffen, uns nicht unterkriegen zu lassen, aufzustehen und den Angriffen standzuhalten, dann haben wir richtig viel Kraft. Das ist genau das, was der Teufel verhindern will, denn auch er weiß um dieses Potenzial.
Aus diesem Grund möchte ich uns Frauen ermutigen, aufzustehen, auf unsere Schönheit zu blicken und uns bewusst zu machen, wie kraftvoll und wichtig wir sind. Lasst uns nicht aufgeben, sondern dem Sieg nachjagen!